Ein dünnes, aber buntes und auf seine Art lautes Papier liegt entrollt und durcheinander auf dem Untergrund. Die Künstlerin Annette Wehrmann installierte ihre Luftschlangentexte meist von der Decke hängend, erklomm eine Leiter und las sie Stück für Stück vor. Sensitive sowie kritische Beobachtungen des Alltags, gesellschaftspolitische Themen und Sequenzen oder die Imagination einer anderen Welt sind Aspekte, an denen sich die Papierschlangenworte entlanghangeln. Hans-Christian Dany schreibt im Begleittext zur Publikation aus dem Materialverlag: “Für Annette war die Stadt voll von möglichen Orten des Gegen, die Menschen bräuchten nur mit offenen Augen umherzugehen und sie zu entdecken. Die Luftschlangentexte erzählen von dieser Suche.”
Annette Wehrmann (1961 – 2010), war eine deutsche Künstlerin und Autorin. Sie studierte von 1985 bis 1993 Freie Kunst an der HFBK Hamburg, unter anderem bei Stanley Brouwn, und an der Städelschule Frankfurt. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur, Intervention und Performance und wurden unter anderem posthum mit dem Edwin-Scharff-Preis an den Ort des Gegen e. V., der sich um ihr künstlerisches Erbe kümmert, ausgezeichnet.