Künstliche Intelligenz wird tagtäglich zum Schreiben genutzt – für Übersetzungen, Hilfestellungen oder Umformulierungen. Meist geschieht dies aus Effizienzgründen, manchmal mit dem unterschwelligen Gefühl, Aufgaben nicht allein bewältigen zu können. Der Videoessay erforscht genau diese Erfahrung: das Zusammenspiel von menschlicher Intention und algorithmischer Suggestion. Gefundene Bildfragmente, Interfaces und computergenerierte Stimmen verschränken sich zu einem fließenden, hybriden Raum, in dem die Funktionsweise der KI sichtbar wird und die Grenzen zwischen Gegenwart, Erinnerung und Zukunft verschwimmen. Die Arbeit hält einen Moment digitaler Praxis fest – wie in Bernstein konserviert – und lädt dazu ein, über das Schreiben und Denken mit künstlicher Intelligenz zu reflektieren. Artur Neufeld beendete 2022 seinen Master of Fine Arts an der HFBK bei Christoph Knoth / Konrad Renner und lebt in Hamburg. Er beschäftigt sich mit digitaler Archivierung, der Zeitlichkeit technischer Präsenz und der Visualisierung algorithmischer Prozesse. Seine Arbeiten wurden u. a. auf dem Chaos Communication Congress und dem Forward Festival gezeigt.