“Wenn ich an meinem Tisch arbeite, verirre ich mich ab und zu und weiß nicht mehr, wo ich bin. Es passiert in der letzten Zeit häufig, besonders wenn ich mich in der Erinnerung mit meiner Mutter beschäftige.” Pflege, Heilung, Fürsorge und Erinnerung sind Themenkomplexe, die in Asana Fujikawas keramischen Figuren verhandelt werden. Sie alle haben ihren Ausgangspunkt im Mystischen, in Sagen und Erzählungen, die mündlich sowie schriftlich weitergegeben werden. Das direkte Aufschreiben dieser Geschichten ist Teil von Fujikawas künstlerischer Praxis, denn ausgewählte Sequenzen werden räumlich und treten als feine, durch Bleistift geschriebene Textfragmente an den Wänden in Dialog mit ihren skulpturalen Arbeiten. Asana Fujikawa studierte Europäische Kunst an der Nagoya Zokei University in Aichi, Japan, und Freie Kunst an der HFBK Hamburg bei Matt Mullican. In ihren Installationen verbindet sie Texte, Bildgeschichten und Keramiken zu einer Narration. Ihre Werke waren beim Rundgang 50Hertz im Hamburger Bahnhof Berlin, im Georg Kolbe Museum Berlin, in der Kunsthalle Tübingen sowie im Lentos Kunstmuseum Linz zu sehen. Aktuell zeigt die Hamburger Kunsthalle ihre Installation Eine Frau, ihr Freund und ein kleiner Gott (2022).