Die Audioinstallation Elfriede Fiegert war hier widmet sich einer kritischen Dekonstruktion jener fortlaufenden sozialen und politischen Bedingungen, die Zuschreibung, Repräsentation und Sichtbarkeit prägen. Dabei untersucht sie sowohl die ideologischen Mechanismen häuslicher Räume als auch die strukturellen Einschreibungen kultureller Imaginationen in die Geschichte Schwarzer deutscher Lebensrealitäten. Als Ausgangspunkt dient der Film Toxi (1952), in dem die Darstellung eines afrodeutschen Kindes – gespielt von Elfriede Fiegert – rassifizierte Differenz herstellt und Schwarze Körper aus Deutschland externalisiert, indem er sie als moralisches Prüfstück und affektiv gestützte Narration des “Anderen” formt. Die Installation schafft einen Raum, in dem häusliches Interieur und ausgewählte Objekte in ihrer historischen Verstrickung sichtbar werden, während der gesprochene Text der Künstlerin eingeschriebene Bedeutungsordnungen neu verhandelt. Durch das Re-Schreiben, Fragmentieren und Neu-Anordnen zentraler filmischer Rhetoriken sowie durch poetische, essayistische, literarische und forschungs- bzw. archivbasierte Einschreibungen – unter anderem in Bezug auf Schriftstellerinnen wie Audre Lorde und May Ayim – werden filmische Annahmen offengelegt, verschoben und kritisch neu kontextualisiert, sodass ein paralleler Text entsteht, der historische Repräsentationsweisen mit persönlichen Reflexionen verbindet. Die Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit einer historischen Genealogie, um die langfristige Unsichtbarmachung Schwarzer deutscher Körper und bis in die Gegenwart reichenden strukturellen Kontinuitäten innerhalb von Wiederaneignung und Re-Imagination zu adressieren.
Joana Atemengue Owona absolvierte 2023 ihren Bachelor of Fine Arts an der HFBK Hamburg und studiert aktuell im Master bei Prof. Kader Attia, Prof. Simon Denny und Prof. Kandis Williams. Während ihres Studiums verbrachte sie einen Erasmus Aufenthalt an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris, in der Klasse von Prof. Petrit Halilaj und Prof. Álvaro Urbano. Owonas Arbeiten waren u. a. bereits zu sehen im MARKK – Museum am Rothenbaum, auf dem Reeperbahn Festival, im Schloss Agathenburg und im Kunstverein Gastgarten. Sie ist Teil der Metabolic Museum-University von Dr. Clémentine Deliss. Zudem wurde sie 2025 mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet.