In ihren Performances “singt” die Bild- und Klangpoetin Kinga Tóth visuelle Werke, indem sie mit stimmlichen Gesten auf gefilmte und projizierte grafische Gedichte und Zeichnungen reagiert und diese Interpretationen ihrer visuellen Poesie als dreidimensionale “lebendige Textkörper” oder, einfacher gesagt, als “Lesungen” versteht. Im Workshop wurde gefragt: Wie kann eine solche individuelle Praxis kollektiv werden? Wie kann eine Zeichnung uns verbinden und zu einem kollektiven Schaffensprozess führen? Können wir vielleicht sogar zu einer gemeinsamen Lesart gelangen, an der wir alle Freude haben, die wir sowohl als geteilt als auch als unsere eigene empfinden können? Das Ziel des Workshops war es, Brücken zwischen Sprachen und Lesepraktiken zu schlagen und den Akt des Schaffens, des gemeinsamen Klangs zu feiern.
Kinga Tóth ist Künstlerin und Soundpoetin, die ihre Texte mit Objekten sowie Video- und Soundinstallationen verbindet und diese auch performt. Mit ihrer vielfältigen Vokaltechnik erschafft sie einen Chor aus Körpertönen, Texten in verschiedenen Sprachen, Maschinengeräuschen und Elementen aus Volksliedern. 2024 war Tóth DAAD-Künstlerin; derzeit ist sie Gast des Kunstprogramms MQ in Wien. 2026 erscheint ihr nächstes Buch MariaMachina mit Grafiken und Sounds bei Matthes&Seitz.