Bühnenartige Räume aus roten Elementen rahmen die Schriftzüge im mittleren Bild des Triptychons ein. Die Figuren, die sich auf diesen Bühnen präsentieren, sind Referenz und Protagonist*innen zugleich. Sie stammen aus der multimedialen Installation [After her Destruction] (2024) von Krauß, eine Arbeit, die sich als Inszenierung zwischen Theater, Oper und Videoinstallation bewegt, zwischen linearer Erzählung und collageartigem Essay, in einer virtuellen Umgebung mit materiellen Analogien. Die Protagonistin Girl wandert durch eine computergenerierte und filmisch nacherzählte Welt, der das Schreiben auf mehreren Ebenen innewohnt: durch das Coden, das Programmieren von gesellschaftlichen Normen, das Skript, das Komponieren, das (Ein)Schreiben in der Malerei und zuletzt das mehrschichtige Erzählen.
Lila-Zoé Krauß ist Künstlerin, Performerin und Musikerin (alias L Twills). In ihrer transdisziplinären Praxis verbindet sie Musik, Video, Performance, Textilien, Collage und digitale Medien und untersucht dabei Wahrnehmung, normative Strukturen, Erinnerung und Identität. Krauß studierte an der HFBK Hamburg bei Prof. Jutta Koether, der CalArts in Los Angeles sowie Sound Studies an der Universität der Künste Berlin. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf Kampnagel (Hamburg), beim Popkultur Festival (Berlin), der Documenta15 (Kassel), Secession und im Volkstheater (Wien) gezeigt. 2024 realisierte das Kunsthaus Hamburg ihre erste institutionelle Einzelausstellung; weitere Beteiligungen folgten u. a. in Zürich, Düsseldorf und Wien.